
Foto: Jochen Klenk
STAR-CHOREOGRAF GESTALTET KONZERTPÄDAGOGISCHES JUGENDPROJEKT MIT DER STAATSPHILHARMONIE
100 junge Ludwigshafener entdecken mit Royston Maldoom und Mohan C. Thomas
Béla Bartóks „Konzert für Orchester” / Förderung durch die BASF Aktiengesellschaft
Das Jugend-Tanzprojekt „Rhythm is it“ mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmo-nikern hat Royston Maldoom auch hierzulande berühmt gemacht. Jetzt ist es Staatsphil-harmonie-Intendant Rainer Neumann gelungen, den gefragten Choreografen nach Ludwigshafen zu holen. Zusammen mit seinem Kollegen Mohan C. Thomas wird er unter dem Motto „Listen to Our Future“ mit 100 Jugendlichen aus Ludwigshafen und Mannheim eine Choreografie zu Bela Bartóks „Konzert für Orchester“ erarbeiten. Die Aufführung mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz (Dirigent: Juraj Valcuha) findet am Sonntag, 2. Juli, 19.00 Uhr, in der Ludwigshafener Eberthalle statt.

Foto: Straßenbahn Ludwigshafen
Ermöglicht wird das sozialintegrative Jugendprojekt durch eine großzügige Unterstützung der BASF Aktiengesellschaft.
Rainer Neumann, Generalintendant der Staatsphilharmonie: „Im Vordergrund steht die Vision, möglichst viele junge Menschen aus verschiedensten sozialen und kulturellen Verhältnissen, die in ihrem bisherigen Leben teilweise weder mit Tanz noch mit klassischer Musik in Berührung gekommen sind, in einer Produktion zusammenzubringen. Ziel ist es, ein tiefgreifendes und nachhaltiges Projekt mit individuell-persönlichen Erfahrungen durchzuführen, das mit der Aufführung kein abruptes Ende findet sondern weit darüber hinausstrahlt“. In dem Choreografen Royston Maldoom hat Neumann hierfür den idealen Partner gefunden. Mit seinen sozialintegrativen Performance-Projekten erschuf der 1943 in London geborene Brite ein Novum auf dem Gebiet der künstlerisch-pädagogischen ugendarbeit. „Tanz hat enormes Potential in der persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung“, so Maldoom.
Dass das auch funktioniert hat er mehr als einmal bewiesen. Neben der Arbeit mit ehemaligen Straßenkinder in Äthiopien, Kindern aus sozial schwachen Schichten in Peru, katholischen und protestantischen Kindern in Nordir-land und Kindern im Exil zog besonders das Tanzprojekt „Rhythm is it“ weite Kreise, in dem er mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle und rund 240 Jugendlichen der Bundeshauptstadt eine Choreografie zu Igor Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ erarbeitete. Das Highlight der bisherigen Arbeit des Tänzers, Tanzlehrers und Choreografen Maldoom mit welt-weiter Medienresonanz und der goldenen Lola für den Dokumentarfilm zum Projekt.
„Mit Hilfe der Kultur sollen hier soziale Brücken gebaut werden“, so Dr. Klaus Philipp Seif, Leiter Kultur, Sport und Sozialberatung der BASF. „Das Tanzprojekt unterstützt die Persönlichkeits-entwicklung der Jugendlichen und trägt zu deren Bildung bei. Damit ist „Listen to Our Future“ ein weiterer wichtiger Baustein unserer Nachwuchsförderung im Bereich Musik, in deren Rahmen wir junge Talente fördern und künstlerisch-pädagogische Projekte unterstützen.“
Mit dem Schul-Tanzprojekt im Rahmen des staatsphilharmonischen Education-Programmes „Listen to Our Future“ ist Maldoom nun erstmals auch in der Metropolregion Rhein-Neckar in Sachen sozialintegrative Tanzpädagogik aktiv. Als Project Consultant und Director begleitet er den Fortgang des Projektes und ist an markanten Punkten persönlich zugegen. Die kontinuierli-che choreografische Arbeit vor Ort liegt in den Händen von Mohan C. Thomas. Gemeinsam mit einem pädagogischen und tänzerisch-choreografischen Team aus dem Rhein-Neckar Raum studiert er mit 100 Jugendlichen aus sozial unterschiedlichen Milieus in sechs Wochen eine Choreografie zu Béla Bartóks „Konzert für Orchester“ ein.
Als einen „herausragenden und ganz und gar eigenständigen Beitrag zur kulturellen Jugendar-beit“ bezeichnete Roland Härtel, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, das Ludwigshafener Projekt. „Damit werden Jugendliche an die so genannte Hochkultur herangeführt, die größtenteils bislang noch überhaupt keinen Zugang dazu hatten“, sagte der Staatssekretär.

Foto: Werbung an der Staatsphilharmonie RP
Nachwuchsförderung und die Sensibilisierung für Kunst und Kultur seien zentrale Anliegen der Kulturpolitik des Landes. „Dies wird mit diesem Projekt eindrucksvoll umgesetzt“, erklärte Härtel. Die Zusammenarbeit des führenden rheinland-pfälzischen Orchesters mit Jugendlichen, die eher HipHop als Klassik hören, sei für beide Seiten eine spannende Aufgabe. „Sie fordert die jungen Leute und die gestandenen Profimusiker gleichermaßen. Letztere stehen auf einmal vor der Herausforderung, die Jugendlichen für Bartók und Debussy zu begeistern. Ich wünsche mir, dass die Zusammenarbeit den jungen Leuten und dem Orchester gleichermaßen Impulse für die Zukunft gibt“, so der Staatssekretär.
Die Auswahl der teilnehmenden Schulen am Ludwigshafener Tanzprojekt läuft bereits auf Hoch-touren. Seitens der Staatsphilharmonie wurde mit Séverine Peter eigens eine Projektleiterin en-gagiert. Das große Finale steigt dann – eine Woche vor dem WM-Endspiel – in der Ludwigsha-fener Eberthalle: Um 19.00 Uhr hebt sich der Vorhang für Béla Bartóks „Konzert für Orchester“. Der Eintritt ist übrigens frei.
Mit freundlicher Unterstützung von der BASF Aktiengesellschaft
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